Aktuelles

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  • 3. Jahrestag Erdbeben

    3. Jahrestag Erdbeben

    In den ersten vier Wochen nach dem Erdbeben wurden 10 000 Verletzte im Dhulikhel Hospital medizinisch versorgt und ihre obdachlosen Angehörigen in Zelten untergebracht und verköstigt. Vor Ort haben wir uns sofort entschlossen, sämtliche Kosten, die dem Krankenhaus entstanden sind, nämlich 800 000 Euro, mit Ihrer sofort einsetzenden Spendenwelle zu übernehmen. Mittelfristig wurden außerdem eine Sauerstoffanlage, ein LKW für den Transport von Hilfsgütern in die Außenstationen des Krankenhauses und eine umfassende Generalsanierung des ganzen OP-Bereiches finanziert. Dafür waren 300 000 Euro notwendig.

    Zum Glück für die Schulkinder der vier Schulen in Bolde konnten wir „Sternstunden“ gewinnen. Diese erfolgreiche Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks hilft weltweit Kindern in Not. Mit 158 000 Euro konnten zwei Schulen renoviert und zwei weitere vollkommen neu aufgebaut werden. Darüber hinaus stellten „Sternstunden“ wenige Tage nach der Katastrophe unbürokratisch 50 000 Euro für Soforthilfe zur Verfügung.

    Ein großer Glücksfall in dieser Notsituation war Heri Wirth, Schöpfer des Himalaja Nepal Pavillons in Wiesent, Gründer der großen Stiftung „Wasser für die Welt“, Freund von Prof. Dr. Ram Shrestha, Direktor des Dhulikhel Krankenhauses, und langjähriger Freund unserer Stiftung. Mit seinem Freundes- und Bekanntenkreis brachte Heri Wirth 500 000 Euro ein, um obdachlosen Menschen zu helfen. 117 Häuser in der Bergregion von Manekharka sind vor der Fertigstellung, sodaß die Obdachlosen aus menschenunwürdigen Notunterkünften vor der beginnenden Monsunzeit jetzt in sichere und trockene Häuser einziehen können. Darüber hinaus konnte er einige enge Freunde gewinnen, um eine weitere höhere Mittelschule in einem Nachbardorf von Bolde neu aufzubauen, Baluwa.

    All dies war nur möglich, weil hier drei Parteien, die bereits seit 20 Jahren zusammen arbeiten, Optimales leisten konnten. Zum einen gilt deshalb der Dank Ihnen Allen, die Sie mit Ihrer schnellen großherzigen Hilfe die Basis geschaffen haben. Zum anderen natürlich Dr. Ram mit seinem großen Team im Dhulikhel Hospital, einschließlich unseres gemeinsamen Freundes Tilak Lama, der wertvolle Koordinator zwischen der Stiftung und dem Krankenhaus, und letztlich all den Bolde-Freunden der Stiftung, die ehrenamtlich große Arbeit geleistet haben.

    Wir sind dankbar, daß wir mit Ihrer Hilfe ein klein wenig große Not lindern konnten und zuversichtlich, daß wir auf Ihre treue Unterstützung bauen und damit auch in der Zukunft bei Folgeschäden helfen können.

     

  • Auch der Wiederaufbau der Schulen in Bolde geht voran - hier klicken

    Auch der Wiederaufbau der Schulen in Bolde geht voran - hier klicken

    Die vier Schulen in Bolde wurden durch das Erdbeben unterschiedlich stark beschädigt. Im Frühjahr 2016 konnten wir mit der Planung der Wiederaufbauarbeiten beginnen. 

    Die Dorje Ghyang Primary School (Grundschule) und die Shiwalaya Secondary School (Mittelschule) kamen glimpflich davon, sodass mit Zwischenwand-Verstärkungen oder Ausbesserungen der Mauern geholfen werden konnte.  Diese Arbeiten waren im Frühjahr 2017 abgeschlossen.

    Dank der großzügigen Unterstützung von Sternstunden e.V. können die Schülerinnen und Schüler in Bolde bald auch wieder in der Kalika und der Saraswoti Schule in neuen, erbebensicheren Klassenzimmern unterrichtet werden. 

    Im April wird unser Vorstandsvorsitzender Günther Strödel zur Einweihung der Kalika und der Saraswoti Schule in Bolde sein. 

  • Der Aufbau der Bauernhäuser in Manekharka geht voran

    Der Aufbau der Bauernhäuser in Manekharka geht voran

    Unmittelbar nach dem Erdbeben 2015 organisierte der Freundeskreis von Heribert Wirth für die fast völlig zerstörte Siedlung Manekharka eine Spendenaktion. Dieses Geld wurde von der Namaste-Stiftung für den Wiederaufbau von Bauernhäusern zur Verfügung gestellt.

    Wir freuen uns, berichten zu können, dass der Aufbau von rund 100 Bauernhäusern stetig vorangebt. Mehr über den Aufbau der Bauernhäuser in Manekharka

     

  • Der Neubau des Mutter-Kind-Zentrums in Manekharka geht voran

    Der Neubau des Mutter-Kind-Zentrums in Manekharka geht voran

    Die Namaste-Stiftung konnte dank Unterstützung der Stiftung Wasser für die Welt mit Freundeskreis (Doblinger) und mithilfe von Sternstunden e.V. einen Neubau der Mutter-Kind-Klink neben der Krankenstation in Manekharka in Angriff nehmen. Die Arbeiten gehen voran. Mehr über die Mutter-Kind-Klink in Manekharka

  • Wir gratulieren: Die Ziegenfarm in Bolde ist fertiggestellt und in Betrieb

    Wir gratulieren: Die Ziegenfarm in Bolde ist fertiggestellt und in Betrieb

    Das Fleisch der Ziege ist in Nepal sehr begehrt, Ziegenopfer gehören zum traditionellen Dashain-Fest wie bei uns das Amen in der Kirche. Nur: Ziegenfleisch wird zu 70 Prozent aus Indien importiert. Der Bauern Anil Lama in Bolde will dem begegnen und Ziegen halten und den heimischen Markt beliefern. Seine Finanzplanung war so überzeugend, dass die Namaste-Stiftung beschloss, ihn mit einem Kredit zu unterstützen. Inzwischen ist die Ziegenfarm fertig und in vollem Betrieb (Stand Januar 2018).

    Die in Verbindung damit gegründete Bolde Agriculture Development Group soll weitere Gründer beflügeln, es Anil gleich zu tun und ein ähnliches Start-up zu versuchen.

     

  • Der Wiederaufbau der Higher Secondary School in Baluwa geht voran

    Der Wiederaufbau der Higher Secondary School in Baluwa geht voran

    Mithilfe der Stiftung Wasser für die Welt und durch Spendenmittel aus dem Freundeskreis von Heribert Wirth kann der Wiederaufbau der durch das Erdbeben zerstörten Higher Secondary School in Baluwa erfolgen. Mit großen Schritten geht der Wiederaufbau voran, wovon sich Günther Strödel bei seinem Besuch im November 2017 vor Ort überzeugen konnte.

  • Nepaltag am 2. Dezember wieder ein voller Erfolg

    Nepaltag am 2. Dezember wieder ein voller Erfolg

    Der 18. Nepaltag der Namaste-Stiftung war wieder ein großer Erfolg. Hunderte kamen in die Aula des Christoph-Propst-Gymnasiums nach Gilching, haben den Weihnachtsmarkt besucht und fleißig eingekauft. Der Erlös aus dem Verkauf kommt natürlich unseren Projekten in Nepal zugute.

    In der Aula berichteten der Vorstand und Prof. Ram Shrestha über die Aktivitäten des vergangenen Jahres in Dhulikhel, Bolde, Manekharka, Baluwa und anderswo.

    Prof. Ram konnten zwei Schecks überreicht werden: Die Spenden unserer Unterstützer des vergangenen Jahres (270 000 Euro) und eine Summe von 290 000 Euro aus dem Erbe unserer verstorbenen Vorstandsmitglieder Gisela und Charlie Haberkorn, die sie der Stiftung vermacht haben für die Unterstützung notleidender Menschen in Nepal. Vergelt´s Gott dafür!

    Zusammen mit Ram und seinem Team werden wir besprechen, wie diese Mittel eingesetzt werden.

    Ganz herzlichen Dank an alle Besucher für ihr Kommen, ihren Einkauf und ihre Spenden an diesem Tag!

  • Horst Schmel hat sich im Vorsitz der Namaste-Stiftung verändert

    Horst Schmel hat sich im Vorsitz der Namaste-Stiftung verändert

    Er wechselt vom 1. Vorsitzenden zum stellvertretenden Vorsitzenden.

    Vor 16 Jahren haben meine Frau Ursula und ich sowie sechs unserer Freunde die Namaste-Stiftung gegründet, um die Lebensbedingungen der Menschen im Dorfverband Bolde über Generationen zu verbessern und etwa zwei Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Dhulikhel Krankenhauses bei der medizinischen Versorgung, in Sachen Schulbildung und Verbesserung der Infrastruktur zu unterstützen. Wir nannten uns Bolde-Freunde nach dem Dorf, aus dem die zwei Sherpas kamen, die meiner Frau Ursula 1996 am Annapurna das Leben gerettet hatten, wofür wir uns dankbar zeigen wollten. Inzwischen sind aus den acht Bolde-Freunden 2000 geworden, die uns über all die Jahre mit großer Hilfsbereitschaft, Treue und grenzenlosem Vertrauen helfen, große Ziele zu verwirklichen. Dafür möchten meine Frau und ich Ihnen allen von ganzem Herzen danken. Besonders danken möchten wir auch unseren Freunden im Vorstand für das große Vertrauen, das sie uns im Vorsitz der Stiftung geschenkt haben.

    An unserem ersten Nepaltag vor 17 Jahren habe ich unser hochgestecktes Ziel in Nepal mit der Besteigung eines Achttausenders im Himalaya verglichen. Eingedenk dessen, dass wir nicht mehr die Jüngsten waren, habe ich damals versprochen, dass wir, wenn der Weg steiler wird und unser beider Schritte langsamer werden,  die „Expeditionsleitung“ in die Hände Jüngerer legen möchten.

    Vor 16 Jahren haben meine Frau Ursula und ich sowie sechs unserer Freunde die Namaste-Stiftung gegründet, um die Lebensbedingungen der Menschen im Dorfverband Bolde über Generationen zu verbessern und etwa zwei Millionen Menschen im Einzugsgebiet des Dhulikhel Krankenhauses bei der medizinischen Versorgung, in Sachen Schulbildung und Verbesserung der Infrastruktur zu unterstützen. Wir nannten uns Bolde-Freunde nach dem Dorf, aus dem die zwei Sherpas kamen, die meiner Frau Ursula 1996 am Annapurna das Leben gerettet hatten, wofür wir uns dankbar zeigen wollten. Inzwischen sind aus den acht Bolde-Freunden 2000 geworden, die uns über all die Jahre mit großer Hilfsbereitschaft, Treue und grenzenlosem Vertrauen helfen, große Ziele zu verwirklichen. Dafür möchten meine Frau und ich Ihnen allen von ganzem Herzen danken. Besonders danken möchten wir auch unseren Freunden im Vorstand für das große Vertrauen, das sie uns im Vorsitz der Stiftung geschenkt haben.

    An unserem ersten Nepaltag vor 17 Jahren habe ich unser hochgestecktes Ziel in Nepal mit der Besteigung eines Achttausenders im Himalaya verglichen. Eingedenk dass wir nicht mehr die Jüngsten waren, habe ich damals versprochen, dass wir, wenn der Weg steiler wird und unser beider Schritte langsamer werden, die „Expeditionsleitung“ in die Hände Jüngerer legen möchten. Der Augenblick ist nun gekommen, da meine Frau und ich uns aus der großen Belastung des Vorsitzes zurücknehmen.

    Uns ist jedoch nicht bange, dass unsere Hilfe für die bedürftigen und armen Menschen in Nepal darunter leiden wird. Nicht bange, da wir die Gewissheit haben, in Günther Strödel den bestmöglichen neuen Vorsitzenden gefunden zu haben. Mit verschiedenen Aktivitäten von Schulklassen seiner ehemaligen Schule in Weilheim hat er große Hilfe für die vier Schulen in Bolde geleistet. Als er in den Ruhestand trat, haben wir ihn gebeten, im Vorstand der Stiftung mitzuarbeiten, und nun hat er sich nach einstimmiger Wahl bereit erklärt, den Vorsitz der Stiftung zu übernehmen, was mich sehr glücklich macht. Durch seine Kenntnis unserer Stiftungsarbeit in der Vergangenheit, durch sein Fachwissen für Schulbildung, durch sein sensibles Wahrnehmen der Nöte der Menschen in entlegenen Gebieten Nepals, die er auf vielen Reisen in den vergangenen Jahren hautnah erlebt hat (er war bereits 1976 erstmals in Nepal), ist er hoch qualifiziert für die Leitung unserer Stiftung in der Zukunft. Er hat ein freundschaftliches Verhältnis zu Dr. Ram und vielen seiner Mitarbeiter. Auf zwei Reisen nach dem Erdbeben in Nepal erlebte er unmittelbar die große Not der Menschen im Einzugsgebiet des Krankenhauses und verwendet seither seine ganze Kraft darauf, dort die so dringende Hilfe zu leisten.

    Ich schätze ihn als Freund und als einen Menschen, der Nepal und die  Menschen dieses Landes liebt, den Notleidenden und Bedürftigen helfen will und dafür bereit ist, eine große Arbeit und Aufgabe auf sich zu nehmen. Meine Frau und ich wünschen ihm dafür Gesundheit und Glück und auch die damit verbundene große Freude und Zufriedenheit, die sein Amt mit sich bringen wird. Als stellvertretender Vorsitzender werde ich ihn mit aller Kraft unterstützen und stärken. Mein neues Amt kann ich aber nur ausfüllen, weil meine Frau mir weiterhin im Vorstand der Stiftung zur Seite stehen wird. Es bleibt unser beider Ziel, zeitlebens mit Ihrer Hilfe den bedürftigen Menschen in Nepal so gut wie möglich zu helfen.

    Nochmals danke und Vergelt’s Gott für das große Vertrauen, das Sie uns all die Jahre geschenkt haben. Bitte bleiben Sie uns weiterhin treu.

    Günther Strödel zur Übernahme des Stiftungsvorsitzes

    Wenn wir heute nach 21 Jahren auf die 1996 geborene Vision Horst und Ursula Schmels und ihrer Bolde-Freunde blicken, können wir nur feststellen, dass sie eine großartige Erfolgsstory wurde, die viel Segensreiches bewirken konnte. In der Chronik unserer Stiftung ist dieser Werdegang ausführlich dokumentiert, in der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2014 fand diese Lebensleistung einen hochverdienten Höhepunkt.

    Wenn ich nun von Horst Schmel den Vorsitz dieser Stiftung übernehmen darf, ist das für mich eine große Ehre und eine enorme Herausforderung. Auch ich danke allen Mitarbeitern und Freunden im Vorstand für die engagierte Arbeit und den großartigen Einsatz, den sie für die Stiftung und damit für die Not leidenden Menschen in Nepal leisten und ich danke für das Vertrauen, das sie in mich setzen, die Stiftung als Vorsitzender und Nachfolger von Horst Schmel zu leiten und zu repräsentieren.

    Wir werden gemeinsam weiterhin alles in unserer Kraft stehende tun, das Vertrauen zu rechtfertigen, das so viele Spender seit so langer Zeit der Namaste-Stiftung entgegen bringen, immer mit dem Ziel, bedürftige Menschen in Nepal zu unterstützen.

  • Benefizradtouren für Namaste – Radeln für einen guten Zweck

    Benefizradtouren für Namaste – Radeln für einen guten Zweck

    Juli 2018 - Neun Radler aus Germering und Umgebung radeln zum vierten Mal für eine Spende an die Namaste-Stiftung in Gilching von Germering an den Gardasee. Gesponsort werden sie vom Lions Club Germering, der Mobilfunksparte des Halbleiterherstellers Intel GmbH, der SSS International Clinical Research GmbH und der MINcom GmbH. Insgesamt kommen so über 4.000 Euro für Hilfsprojekt in Nepal zusammen.

    Morgens um fünf Uhr an der Staumauer des Sylvensteinspeichers: Neun Rennradler klicken ihre Schuhe aus den Pedalen und blicken leicht fröstelnd auf die grauen Wolken über dem See. Der Morgen ist noch jung und doch fühlt sich der Tag bereits ausgewachsen an. Über 90 km liegen schon hinter der Truppe und das zu einer Zeit, zu der sonst nur Bäcker und Zeitungsausträger unterwegs sind.

    Los ging der Tag um halb drei in Germering. Aufgeregte Scherze, noch ein kurzer Espresso, einige Handgriffe am kleinen Gepäck und dann wird der Startknopf auf dem Fahrradcomputer gedrückt. Es geht los mit dem Fahrrad an den Gardasee – an einem Stück, an einem Tag, aus Spaß am Rennradfahren und für einen guten Zweck.

    Auf den ersten Kilometern ist jeder noch schläfrig im roten Blinken der Rücklichter auf den nächtlichen Straßen mit eigene Gedanken beschäftigt – wird alles klappen, sind die Beine heute gut, fängt der Sattel jetzt schon an zukünftige Druckstellen mitzuteilen?

    Drei Mitfahrer werden noch unterwegs eingesammelt.

    Allmählich wird die Truppe auch gesprächiger. Fotos und kurze Videoclips sollen die magischen Momente dieses Morgens für später aufbewahren. Dünnes erstes Morgenlicht, zarte Nebelschwaden über taunassen Wiesen, klare Spiegelungen in der gestauten Isar, solche Eindrücke entschädigen für den wenigen Schlaf.

    Nach der Pause am Sylvesteinsee geht es durch die immer noch schneidend kalte Morgenluft weiter am Achensee vorbei ins Inntal. Erst den Brenner hinauf auf der alten Römerstraße wird es auch dem letzten richtig warm. Kaum zu glauben, dass man noch wenige Stunden zuvor durch eine kalte Voralpennacht geradelt war. Überhaupt dehnt sich die Zeit an so einem Tag schier endlos und rückblickend verwandeln die vielen Eindrücke Stunden in gefühlte Tage. In Sterzing am Fuße des Penserjochs ist die Pause in Matrei und der Fototermin am Brenner in der Erinnerung schon weit in die Vergangenheit gerückt.

    Das steile Penserjoch hinauf steigen die Temperaturen und die Trinkflaschen wären auch in der Wüste nicht schneller leer. Röhrende Motorräder und Kurven schneidende Autos, die Radfahrer nur als interessante Hindernisse betrachten, an denen man so schnell und knapp wie möglich vorbeikommen sollte, machen die zwei Stunden zur Passhöhe zu einer besonderen Herausforderung.

    Auf 2200 Meter Höhe belohnt ein weites Alpenpanorama bei einem kleinen Bier oder Kaffee und Kuchen für die bewältigten Strapazen. Die wirkliche Belohnung ist dann aber die lange Abfahrt durch das traumhafte Sarntal nach Bozen. Der Wind bläst hier noch kräftig nach Süden und die Rennräder fliegen fast neben grünen Bergwiesen.

    Von Bozen bis Trento folgt dann der mühsamste Teil der Strecke – zumindest mental. Endlos führt der Etsch-Radweg auf Dämmen dem Fluss entlang durch Obstplantagen, Dörfer und Weingärten. Und immer bläst den Radlern ein stetiger, strenger, warmer Südwind entgegen. Solange hier die Sonne scheint, weht auch der lästige Südwind, erst ab Rovereto, wenn die Sonne sich langsam hinter die Berge verkriecht, lässt er nach.

    Das nahe Ziel und die kühlere Luft spornt noch ein letztes Mal an. Ein paar Höhenmeter noch über den Passo di San Giovanni - eher ein Hügel als ein Pass - und schon öffnet sich der Blick auf den Gardasee. Im späten Abendlicht liegt das beleuchtete Torbole, der See verliert sich übergangslos am blauen Horizont. Kein Bild kann diesen Eindruck richtig wiedergeben. Rauschhaft die kurze steile Abfahrt hinunter zum Ziel.

    Dann noch ein Siegerfoto am Ufer, in der Unterkunft kurz geduscht und natürlich die obligatorische Pizza unter italienischem Himmel. Ein perfekter Tag geht zu Ende - war das wirklich nur ein Tag?

     

    Juni 2017 - Bereits zum dritten Mal ist das Rennrad-Team „Record Jour Fixe“ 2017 zu einer Langstrecke aufgebrochen um die Namaste-Stiftung in Gilching zu unterstützen – wie schon 2016 in einem Tag von Germering an die Adriaküste.

    Die Tour führte über Kufstein, Mittersill, Felbertauernstraße, Lienz, Plöckenpass, San Daniele nach Jesolo. „Dieses Jahr haben wir uns mit 457 Kilometern die bisher längste Stecke für eine Tag ausgesucht“ erläutert Michael Sigmund.

    Bisher sind die Hobbyradler schon mehrfach in einem Tag an den Gardasee geradelt – auf unterschiedlichen Stecken aber immer „nur“ um die 400 Kilometer. Wie schon in den letzten Jahren konnten drei Sponsoren gefunden werden, die die Gewaltradltour mit einer Spende an die Namaste-Stiftung in Gilching unterstützen wollten. Die Firmen hatten 30 Cent je geradeltem Kilometer und Fahrer zugesagt.

    Am 23. Juni um 2.00 Uhr nachts traf sich das Team in Germering. Ohne Begleitfahrzeug nur auf sich selbst gestellt, das heißt mit so wenig und so leichtem Gepäck wie möglich, rollte die Truppe los. In den ersten kühlen Nachtstunden herrschte nur sehr wenig Verkehr. Auf Geschwindigkeit kam es nicht an – die Herausforderung war eher, wach und konzentriert zu bleiben. Kurz vor Brunntal kreuzte plötzlich ein Igel die nächtliche Straße, einer bremste, die hinteren fuhren fast auf und nur wenige Zentimeter fehlten zu einem Sturz.

    Die Erfahrung der letzten Jahre bestätigte sich auch diesmal wieder: In Österreich wird nur wenig für Radfahrer getan. „Trotz sorgfältiger Routenplanung mit den verfügbaren Online- Werkzeugen und mitgeführter Fahrrad-Navis, landet man immer wieder auf vielbefahrenen Bundestraßen“ stellt einer der erfahrene Vielradler fest. Nach ausgiebiger Pause in Mittersill folgte der lange und anstrengende Anstieg über das Felber- und Amertal auf der vielbefahrenen Felbertauern Straße bis zum Parkplatz vor dem Tunnelportal. Hier bietet die Felbertauerngesellschaft einen tollen Service für Radfahrer: gegen ein geringes Entgelt wird man per Kleinbus und Radanhänger auf die Südseite des Alpenhauptkamms gebracht.

    Der Felbertauerntunnel war mit 1.606 Metern auch der höchste Punkt der Tour. Auf der Südrampe in Osttirol konnten sich die müden Beine auf der Abfahrt durch das Iseltal erholen. Allerdings stiegen die Temperaturen mit jedem Höhenmeter, den es bergab ging und in Lienz klebten die Reifen fast am Teer. „Temperaturen weit über 30 Grad waren sehr strapaziös und wir mussten unsere Wasserflaschen sehr oft nachfüllen, um nicht zu dehydrieren.“ erläutert Michael Sigmund. In Oberdrauburg führte die Strecke dann aus dem brütend heißen Drautal über den Gailbergsattel nach Süden. Auf diesem Anstieg wurde das Fahrerfeld weit auseinandergezogen, denn jeder fuhr sein individuelles Tempo. In Kötschach sammelte sich die Truppe dann zum letzten großen Anstieg auf den Plöckenpass. Dessen Nordseite wegen der vielen steilen Galerien für Radler nicht ideal, erwies sich für einen der Mitkämpfer als endgültiges Hindernis. Sebastian, der die Hitze der letzten Stunden schlechter als alle anderen vertragen hatte, musste aufgeben, nachdem er sich mit letzter Kraft auf den Pass gekämpft hatte. Erst nachdem klar war, dass seine Frau noch am selben Abend mit dem Auto kommen würde, um ihn abzuholen, konnte die reduzierte Mannschaft den letzten Teil der Strecke angehen. Immer noch 170 Kilometer.

    Die kurvenreiche Südabfahrt vom Plöckenpass ist wie für Rennradfahrer gemacht – durch schnelle Kurven geht es das Tal des But hinunter. Über Tolmezzo und San Daniele fährt man weiter auf teilweise traumhaften Routen in die Poebene. In San Daniele hatte am frühen Abend gerade ein Stadtfest begonnen. Verführerische Düfte hingen in den Straßen und lockten zum Verweilen. „Irgendwann schmeckt das lauwarme Wasser mit Pulver zu einem isotonischen Getränk verrührt einfach nicht mehr und dann meldet sich der Magen mit beginnender Übelkeit“ erläutert einer der Mitfahrer.

    Mit nachlassender Kondition mehrten sich die Pausen auf den letzten Kilometern. Die Temperaturen hatten wieder die 30 Grad Grenze überschritten und daher musste das Team regelmäßig für Flüssigkeitsnachschub sorgen. Cola für den Magen und ein kleines Bier für die Stimmung ist da ein Patentrezept von Langstreckenradlern.

    Auf den finsteren Landstraßen der Poebene mussten die Radler noch mehrere kleinere und größere Gefahrenmomente überstehen. Knapp überholende Fahrzeuge oder unsichtbare Schlaglöcher sorgten mehrmals für einen schnelleren Herzschlag und den einen oder anderen Fluch. Sechs müde und von den Strapazen der Fahrt gezeichnete Rennradler erreichten schließlich um 0.30 Uhr das Ziel in Lido di Jesolo. „Diesmal waren wir wirklich bis an die Grenze gegangen“, sagt Michael Sigmund „ich glaube das nächste Mal fahren wir wieder an den Gardasee – da bleiben wenigsten am Ende noch zwei Stunden um bei einer Pizza den Sieg zu feiern“.

     

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