Unsere Chronik

In unserer Stiftungschronik lesen Sie über die wichtigsten Ereignisse und Projekte eines Jahres.

  • 1996: Wie alles begann

    1996: Wie alles begann

    Eine Rettung in der Not war der Auslöser

    Ursula und Horst Schmel sind, wie schon seit den 70er Jahren, wieder in Nepal unterwegs. Nicht nur die Landschaft am Himalaja selbst fasziniert das Ehepaar. Auch die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Nepali lässt die beiden immer wieder in das höchstgelegene Land der Erde mit seinen acht Achttausendern reisen. Auch diesmal steht wieder eine Trekking-Tour am Annapurna auf dem Reiseplan des Apothekers und seiner Frau aus Gilching bei München. Beim Anstieg klagt Ursula Schmel in etwa 5500 Metern über Übelkeit, Kopfschmerzen, Atemnot und Schwindel – akute Anzeichen der bei Bergsteigern gefürchteten Höhenkrankheit. Nur ein rascher Transport in ein tiefer gelegenes Gebiet kann helfen. Die Sherpas (siehe Foto) tragen die Kranke noch nachts 1500 Meter bergab – und retten ihr damit das Leben.

    Für Horst Schmel steht fest: Ihr Dankeschön an die Nepali für diese Lebensrettung wird sich nicht in einer einmaligen Geldzuwendung erschöpfen. Er will „etwas Besonderes“ tun für das Dorf Bolde, aus dem einer der beiden Lebensretter stammt.

     

  • 1997: Planung einer Krankenstation für Bolde

    1997: Planung einer Krankenstation für Bolde

    Gisela und Charlie Haberkorn, Rosi und Sepp Friedl, Erna Scheuermann und Klaus Schuler, Ursula und Horst Schmel planen eine Krankenstation für Bolde, liegt die medizinische Versorgung in dem unwegsamen Gelände doch sehr im Argen:

    Für etwa 10 000 Menschen in der Streusiedlung Bolde gibt es keinerlei medizinische Versorgung.

     

  • 1998: Einrichtung einer ersten provisorischen Krankenstation

    1998: Einrichtung einer ersten provisorischen Krankenstation

    In einem ehemaligen Stall richten Horst Schmel und die Bolde-Freunde, wie sich die Gruppe jetzt nennt, eine provisorische Krankenstation ein. Doch nicht westliche Helfer, so die Maßgabe der Initiatoren, sollen hier arbeiten, sondern Einheimische.

    Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto von Anbeginn, denn nur so kann den Menschen im viertärmsten Land der Erde auch nachhaltig geholfen werden.

    Horst Schmel und Charlie Haberkorn suchen den Kontakt zu einem einheimischen Arzt. Er findet sich in dem Chirurgen Dr. Ram Shrestha.

    Ram Shrestha hat in Österreich studiert und gearbeitet. Mit der Unterstützung österreichischer Freunde eröffnete er 1996 in seiner Heimatstadt Dhulikhel ein Krankenhaus. Er willigte ein, medizinisch geschultes Personal seiner Klinik für Bolde, das von Dhulikhel in einem knapp eintägigen Fußmarsch zu erreichen ist – eine Straßenverbindung gab es zwischen den beiden Orten nicht, zur Verfügung zu stellen.

  • 1999: Grundsteinlegung für die Krankenstation

    1999: Grundsteinlegung für die Krankenstation

    Während Dr. Ram Shrestha im Schein einer Taschenlampe in einem Stall in Bolde seine erste Operation, die Behebung eines Leistenbruchs, durchführt, schreiten die Vorbereitungen zur Grundsteinlegung einer Krankenstation für den Ort voran.

    Im Oktober werden in mühsamer Handarbeit die Fundamente für die kleine Klinik aufgemauert. 120 000 Mark haben die Bolde-Freunde bis zu diesem Zeitpunkt schon gesammelt.

     

  • 2000: Fertigstellung des Erdgeschosses der Krankenstation

    2000: Fertigstellung des Erdgeschosses der Krankenstation

    Ein Bauvorhaben in den Bergen Nepals ist nicht zu vergleichen mit einer Baustelle in Europa:

    Das Dorf – 80 Kilometer östlich von Kathmandu in der Schlucht des Sunkosi-Flusses gelegen – ist eine schwer zugängliche Streusiedlung, die sich vom Talboden in 600 Metern Höhe bis zum Kamm der Vorgebirgskette des Himalaya in 2000 Metern Höhe erstreckt.

    Es gab keine direkte Zufahrt zu dem Dorf. Baugeräte konnten dort die Arbeit nicht erleichtern.

    Das heißt: Jeder Sack Zement, jeder Eisenträger, jedes einzelne Bauteil musste geschultert und in mehrstündigem Fußmarsch bergwärts gebracht werden. Frauen trugen 50 Kilogramm schwere Sandsäcke vom Fluss hinauf zur Baustelle. Steinblöcke wurden aus dem Berg gebrochen und in den Höfen der Bauern für den Bau zugeschlagen.

    Den Bau begleiteten Dr. Ram Shrestha und Tilak Lama. Der in Bolde geborene Tilak Lama konnte durch die Hilfe der Dorfbewohner eine höhere Schule absolvieren und studieren; dafür unterstützte er nun die Arbeit der Bolde-Freunde als Koordinator vor Ort.

     

  • 11. Oktober 2000: Der erste Bauabschnitt, das Erdgeschoss, ist abgeschlossen, es gab eine festliche Einweihungsfeier.

    11. Oktober 2000: Der erste Bauabschnitt, das Erdgeschoss, ist abgeschlossen, es gab eine festliche Einweihungsfeier.

    Der erste Bauabschnitt der Krankenstation, das Erdgeschoss, ist abgeschlossen. Die festliche Einweihung des Krankenhauses erfolgte durch buddhistische Lamas, hinduistische Brahmanen. Das Band zur Einweihung wurde von den Dorfältesten durchtrennt. Bei den Bolde-Freunde wurden sich im Rhamen der Einweihungsfeier mit einem Zeremoniell bedankt (siehe Fotos).

    Auch in Gilching wurde gefeiert: Anfang Dezember luden die Bolde-Freunde zum ersten Mal zu einem Nepal-Abend in die Aula des Christoph-Probst-Gymnasiums ein. Dort stellten sie ihr Projekt einer breiten Öffentlichkeit vor. Der Abend war gut besucht – dank eines Berichts in der Münchner Abendzeitung (AZ).

    Unter der Überschrift „Münchner baut Klinik auf dem Dach der Welt“ schilderte AZ-Autor Martin Schäfer das Projekt des Apothekers und seiner Freunde. Nicht nur viele Leser der AZ begannen sich für die Bolde-Freunde zu interessieren. Auch das Fernsehen – Sat.1 und der Bayerische Rundfunk – wurden auf das Hilfsprojekt aufmerksam und berichteten. Mit positiven Folgen: Es wurde eifrig gespendet.

    Alljährlich am Vorabend des ersten Advents wiederholt sich seitdem das Zeremoniell, gibt es an diesem Abend auch einen Rechenschaftsbericht der Bolde-Freunde in Form eines Films.

     

  • 2001: Bau eines weiteren Geschosses der Krankenstation und Gründung der Namaste-Stiftung

    2001: Bau eines weiteren Geschosses der Krankenstation und Gründung der Namaste-Stiftung

    Die große Spendenbereitschaft in Deutschland ermöglicht den Bau eines weiteren Geschosses der Krankenstation in Bolde. Das Jahr über wurde eifrig gebaut. Dank der Hilfe des Solarfördervereins Bayern e. V., der von der E.ON AG unterstützt wird, konnte auch eine Solaranlage installiert werden.

    Am 9. November, dem 63. Geburtstag des Bolde-Initiators Horst Schmel, wurde das Krankenhaus mit den Bolde-Einwohnern, dem Ärzteteam, 20 deutschen Helfern vor Ort  sowie im Beisein der Bolde-Freunde eingeweiht. Die Hälfte der Baukosten von 120 000 Mark wurde aus allgemeinen Spenden finanziert, die andere Hälfte legten die Bolde-Freunde aus eigener Tasche drauf. Sie garantieren auch die laufende Finanzierung der Klinik, die mit jährlich 10 000 Mark veranschlagt ist.

    Im gleichen Jahr konnten die Bewohner von Bolde zusammen mit ihren Nachbargemeinden und mit Mitteln der nepalesischen Regierung eine Straßen-Piste nach Bolde bauen. Dadurch verkürzt sich der Weg zwischen Dhulikhel und Bolde um viele Stunden und erleichtert den Transport sperriger Güter.

    In diesem Jahr gaben die Bolde-Freunde ihrem Charity-Engagement in Nepal nun ein offizielles Gesicht: Sie gründetendie Namaste-Stiftung.

    Die Stiftung erhielt sogleich den Status der Gemeinnützigkeit, weil in ihren Statuten festgelegt ist, dass jeder Spenden-Cent ausschließlich und ohne Abzug zum Einsatz kommt:

    Sämtliche Verwaltungskosten werden ohne Ausnahme von den Stiftungsmitgliedern aus eigener Tasche getragen, sämtliche Spenden gehen ohne Abzug nach Nepal.

    In Paragraph 6, Absatz 2 der Stiftungsurkunde heißt es: „Die Tätigkeit ist ehrenamtlich. Anfallende Auslagen werden von den Stiftungsvorstandsmitgliedern selbst getragen. Für Sach- und Zeitaufwand der Mitglieder des Stiftungsvorstandes erfolgt kein finanzieller Ausgleich.“ Hinzu kommt, dass mit diesem Status Spenden mittels Spendenquittung künftig auch steuerlich absetzbar sind.

  • 2002: Projekte in Nepal – Strukturierung der Stiftungsarbeit

    2002: Projekte in Nepal – Strukturierung der Stiftungsarbeit

    Übergriffe der Maoisten verschärfen die politische Situation in Nepal. Der Tourismus – eine der wichtigsten Einnahmequellen des Landes – muss schwere Einbußen hinnehmen, auch die Wirtschaft Nepals gerät ins Stocken. Glücklicherweise bleiben das Dhulikhel Hospital und seine Außenstationen von Übergriffen der Maoisten verschont, sodass die Bolde-Freunde auch in diesem Jahr ihre Arbeit weitgehend ungehindert fortsetzen können.

    Zur Verbesserung der spärlichen Infrastruktur im Gebiet von Bolde wurde am 2. August eine Hängebrücke über den 100 Meter breiten Sunkosi-Fluss in Betrieb genommen. Der Fußweg zur Krankenstation in Bolde wurde für die Menschen auf dem anderen Flussufer dadurch um fünf Stunden verkürzt.

    Spendengelder von mehr als 80 000 Euro ermöglichen die Erweiterung des Bettentraktes im Mutterkrankenhaus in Dhulikhel. Zudem wurde ein Hilfsfonds eingerichtet, der mittellosen Patienten eine medizinische Behandlung oder Versorgung mit Medikamenten ermöglicht.

    Aufgabenverteilung in der Stiftung:

    Hannelore Weber, die sich schon lange für Bolde engagierte und der die Stiftung auch die Unterstützung des Solar Energiefördervereins Bayern e.V. verdankte, wurde als Neunte im Bunde der Namaste-Stiftung aufgenommen. Gemäß ihres Leitmotivs „Gesunde und glückliche Kinder sind die beste Voraussetzung für eine menschliche Zukunft“, setzte sie sich vor allem für die Gesundheit und Bildung der Kinder ein.

    Rosi Friedl organisiert die gesamte Verwaltungsarbeit. Sie verschickt Dankesbriefe und Spendenquittungen. Und sie sorgt dafür, dass beim jährlichen Nepal-Basar vor Weihnachten wieder schöne Dinge im Angebot sind. Spenderbetreuung gehört zum Aufgabengebiet von Erna und Klaus Schuler; sie kümmern sich vor allem um die Dankesbriefe an die regelmäßigen Spender, derer es inzwischen rund 1.500 gibt. Für breite Resonanz außerhalb des Münchner Raums sorgten Gisela und Charlie Haberkorn. Sie trugen die Bolde-Begeisterung nach Italien. An ihrem langjährigen Ferienort in Ligurien hatten sie längst dafür gesorgt, dass es auch dort Bolde-Amici gibt. Deren Erzeugnisse – Öl, Essig, Likör, Pesto und Marmelade – bereichern seitdem alljährlich den Weihnachtsbasar um Köstlichkeiten vom Mittelmeer.

    Sepp Friedl, gelernter KFZ-Mechaniker, ist dank seines handwerklichen Know-hows alljährlich der gute Geist in Nepal.

    Und um die Gesamt-Koordination und den regelmäßigen Kontakt zwischen Deutschland und Nepal sowie die Pressearbeit kümmern sich Ursula und Horst Schmel. Und nicht zu vergessen: Das halbe Hundert der so genannten „Heinzelmänner und -frauen“, die das Jahr über die Stiftung ehrenamtlich unterstützen.

     

  • 2003: Verbesserung der Hygiene, Ernährung und Familienplanung

    2003: Verbesserung der Hygiene, Ernährung und Familienplanung

    Die politische Lage in Nepal entspannte sich wieder. Mit den Maoisten wurde ein Waffenstillstand vereinbart. Auch für die Bolde-Freunde war das eine gute Nachricht, konnten sie so ihre Ziele ohne Störungen weiter verfolgen. Nach den Bauvorhaben in Bolde und Dhulikhel war jetzt Detailarbeit angesagt in Sachen Hygiene, in Ernährungsfragen und Fragen der Familienplanung. Die Einrichtung der Krankenstation in Bolde sollte Hand in Hand gehen mit einer Verbesserung infrastruktureller Maßnahmen. Die Ärzte und das medizinische Personal vor Ort sollten sich künftig um eine intensive Familienberatung kümmern mit Angeboten für eine Sterilisierung des Mannes oder Hormonimplantaten für Frauen zur Geburtenkontrolle.

    In den Schulen Boldes gibt es seitdem für die Kinder Hygieneunterricht. Auch für sauberes Trinkwasser wurde gesorgt, indem auf Initiative des Ehepaares Schuler-Scheuermann sich Kinder aus Pasing, Weilheim und Herrsching dafür einsetzten, dass den Schulkindern in Bolde durch die Anschaffung von Wassertanks sauberes Wasser zur Verfügung steht.

    Von großer Nachhaltigkeit war auch der Anbau von 1 500 Zitruspflanzen, die die Einkommens- und Ernährungssituation in der Gegend verbesserten.

    Am Ende des Jahres konnten die Bolde-Freunde auf ihrem Nepal-Abend im Advent, dem vierten in Folge, den Eingang von 500 000 Euro seit Beginn ihrer Arbeit vermelden!

  • 2004: Trauer um Hannelore Weber und Gründung eines Hilfsfonds

    2004: Trauer um Hannelore Weber und Gründung eines Hilfsfonds

    Das neue Jahr in der Chronik der Bolde-Freunde ist von der Trauer um Hannelore Weber überschattet, die erst vor zwei Jahren in den Stiftungsvorstand aufgenommen worden war. Sie starb nach kurzer schwerer Krankheit im März im Alter von 58 Jahren. Ihre Asche wurde auf ihren Wunsch im Herbst in Bolde beigesetzt.

    Mit der Gründung des Hannelore Weber Kinderhilfsfonds wurde ihre Arbeit gewürdigt und  sie wird bis heute fortgesetzt.

    Denn wie war die Situation in Nepal noch 2004? Die Kindersterblichkeit lag mit über 10 Prozent extrem hoch, in Deutschland lag sie zeitgleich bei 0,5 Prozent. Jedes dritte Kind im Schatten des Himalaya erreichte nicht den 18. Geburtstag. Ohne ärztliche Hilfe führten oft schon kleinere Infekte zum Tod. Magen- und Darmerkrankungen, Typhus und Cholera setzten vor allem auch den kleinen Patienten zu.

    Die Grundsteinlegung für ein Kinderkrankenhaus in Dhulikhel, die im Herbst dieses Jahres erfolgte, war daher ein konsequenter nächster Schritt, den Hannelore leider nicht mehr erleben konnte.

    Doch nicht nur die medizinische Versorgung der Kinder sollte gewährleistet werden. Mit Mitteln aus diesem Fonds wird die Ausstattung der Schulen verbessert: Fließwasser, Toiletten, Fenster, Türen, Fußböden und räumliche Erweiterungen. Kindern armer Eltern wird  das in Nepal übliche Schulgeld bezahlt.

  • 2005: Die Bauarbeiten für das Kinderkrankenhaus gehen voran

    2005: Die Bauarbeiten für das Kinderkrankenhaus gehen voran

    In Dhulikhel schreiten die Bauarbeiten für das Kinderkrankenhaus – das bisher größte und wichtigste Projekt der Bolde-Freunde – voran. Es wird das erste Kinderkrankenhaus der Region mit einem Einzugsgebiet von 1,5 Millionen Menschen sein. Für die Krankenstation in Bolde werden Laborgeräte und Medikamente angeschafft.

    In der größten der vier Bolde-Schulen, der Shiwalaya-Schule mit etwa 300 Kindern, steht der Neubau von zwei Klassenräumen an. Toiletten und ein Lehrerzimmer sind bereits im Bau. Die Shiwalaya-Schule soll zu einer zehnklassigen Realschule ausgebaut werden. Für begabte Schüler rückt damit der Übertritt in eine höhere Schule näher. Auch für die anderen drei Schulen Boldes ist die Ausstattung mit Toiletten und Wassertanks geplant.

    Neu in den Kreis der Namaste-Stiftung tritt Susi Cremer. Auch sie kam über ihre Nepal-Begeisterung zu den Bolde-Freunden. Tatkräftig übernimmt sie die Arbeit der verstorbenen Hannelore Weber.

    Am 2. Oktober musste sich die Namaste-Stiftung von Charlie Haberkorn, einem Bolde-Freund der ersten Stunde, für immer verabschieden. Stets hat er sich für alle Belange der Stiftung engagiert. Seinem fachlichen Know-how als Mathematiker ist vor allem die Errichtung der Photovoltaikanlage zur Energieversorgung der Krankenstation in Bolde zu verdanken. Haberkorn starb, 70jährig, an den Folgen einer schweren Herzerkrankung.

  • 2006: Fertigstellung des Kinderkrankenhauses in Dhulikhel

    2006: Fertigstellung des Kinderkrankenhauses in Dhulikhel

    Im Oktober kann in Dhulikhel die Fertigstellung des Kinderkrankenhauses gefeiert werden –

    zehn Jahre nach der folgenreichen Trekking-Tour am Annapurna und dem Schmelschen Gelöbnis, einen „besonderen Dank“ an die Nepali zu richten.

    Damit hat das Dhulikhel Hospital alle notwendigen Fachrichtungen vereint, um von der Kathmandu Universität als akademisches Krankenhaus anerkannt zu werden. Im Dhulikhel Hospital dürfen nun selbst Ärzte ausgebildet werden, die in Zukunft auch in den Außenstationen – wie zum Beispiel in Bolde – tätig sein werden.

    Für Dr. Ram Shrestha, der vor zehn Jahren mit einem kleinen Krankenhaus in Dhulikhel begonnen hat, ist das ein ganz besonderer Erfolg.

    Eine Herausforderung für den Vorstand der Stiftung ist es, dass nun jährlich bedeutende Mittel aufgebracht werden müssen: für den auf 100 000 Euro bezifferten ständigen Charity-Fonds, der garantiert, dass auch arme und mittellose Patienten ärztlich im Krankenhaus versorgt werden können, für die auf 10 000 Euro aufgestockten jährlichen Betriebskosten für das Krankenhaus in Bolde sowie jährlich weitere 10 000 Euro für das Werkstatt-Haus des Dhulikel Hospitals. Dort werden alle Reparaturen, die zum Beispiel für medizinisches Gerät anfallen, erledigt. Auch das Reinigungspersonal für das Krankenhaus wird aus diesem Fonds finanziert.

  • 2007: Maus-Öfen aus Gilching für geschlossene Feuerstellen

    2007: Maus-Öfen aus Gilching für geschlossene Feuerstellen

    Die in Nepal so häufig auftretenden Lungenerkrankungen sind vor allem eine Folge der Rauchentwicklung bei offenen Feuerstellen in den Bauernhäusern. Mit Mitteln der Namaste-Stiftung sollen die Wohnungen in Bolde deshalb nach und nach mit geschlossenen Feuerstellen ausgestattet werden.

    Dieter Maus, Ofensetzer aus Weßling, konstruierte einen rauchfreien Ofen, der künftig in Bolde für Kochmöglichkeit und Wärme sorgen soll. Ihre Herbst-Reise nach Bolde treten die Bolde-Freunde mit einem Bauplan dieses Ofen-Prototyps im Gepäck an. Mit großer Spannung wird das erste Exemplar in Betrieb genommen. Es funktioniert und geht sozusagen „in Serie“. Drei nepalesische Handwerker werden vor Ort in den Ofenbau eingewiesen, damit die Nepali ohne Hilfe von Außen zu ihren neuen Befeuerungsanlagen kommen. Denn auch hier gilt wieder „Hilfe zur Selbsthilfe“, ein Grundsatz, den die Namaste-Stiftung bei all ihren Projekten verfolgt. Inzwischen sind in Bolde in rund 150 Haushalten Maus-Öfen im Einsatz.

    Die Bolde Krankenstation hat nun endlich einen ständig dort anwesenden Arzt dank der Aufrüstung mit medizinischen Geräten und Laborgeräten, wie sie sich in jeder deutschen Allgemeinpraxis finden – zum Beispiel Ultraschall und EKG. Im Frühjahr werden während eines zweitägigen Kindercamps 600 Schulkinder einer Vorsorge-Untersuchung unterzogen – ein Riesenschritt in präventiver Medizin zur Verringerung der Kindersterblichkeit.

     

  • 2008: Weitere Bauprojekte in Bolde und Dhulikhel

    2008: Weitere Bauprojekte in Bolde und Dhulikhel

    Weitere Bauprojekte in Bolde und Dhulikhel

    Im Frühjahr kann die auf zehn Klassen erweiterte Shiwalaya-Schule eingeweiht werden. Sie hat damit den Status einer Realschule. Besonders stolz sind die Bolde-Freunde auf die Tatsache, dass die Schule von der Regierung Nepals als beste und modernste Schule im Kavre-Distrikt (1,8 Millionen Einwohner) ausgezeichnet wird.

    Ein weiteres Schulprojekt wird in Bhanjang in Angriff genommen. Die einsturzgefährdete alte Schule wird abgerissen mit dem Wiederaufbau wird begonnen. Und für eine Erweiterung der Krankenstation in Bolde wird der Grundstein gelegt. In dem Gebäude soll nach Fertigstellung sowohl Platz für Krankenbetten sein wie ein Schulungsraum für den so wichtigen Hygieneunterricht untergebracht werden.

    Zur Verbesserung der Infrastruktur des Krankenhauses in Dhulikhel wird ein Werkstattgebäude in Planung genommen. Maurer, Elektriker, Schlosser, Installateure sowie ein Ingenieur für die medizinisch-technischen Geräte werden hier unter einem Dach vereint. Abschließend noch eine Personalie:  Die Namaste-Stiftung bekommt in Cornelia Sir ein neues Mitglied. Die Krankenschwester und Betriebswirtin ist fit am Computer, sodass sich die Stiftung endlich auf einer eigenen Website präsentieren kann.

  • 2009: Öffentlicher Stromanschluss für Bolde, Erweiterung der Krankenstation, viel „Kleinarbeit"

    2009: Öffentlicher Stromanschluss für Bolde, Erweiterung der Krankenstation, viel „Kleinarbeit"

    In diesem Jahr bricht Bolde gewissermaßen in die Neuzeit auf. Der Ort wird endlich an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Die strukturellen Vorarbeiten der Bolde-Freunde in der Region waren für die Entscheidung der Regierung sicher förderlich.

    Die Elektrifizierung ist für die Einheimischen in vielerlei Hinsicht ein gewaltiger Schritt in die Zukunft, bringt sie doch sozusagen die große weite Welt in die von Landflucht bedrohte Bergregion. Auch die Kinder der Shiwalaya Schule freuen sich, können sie doch nun ihre Fähigkeiten an den von eigenen Landsleuten gesponserten Computern testen.

    Und natürlich hat die Anbindung an das öffentliche Stromnetz auch für das Krankenhaus positive Auswirkungen, konnte die Photovoltaik-Anlage doch zum Beispiel den großen Energiebedarf, den Röntgengeräte erfordern, nicht decken. Denn nun ist es möglich, vor Ort Röntgenaufnahmen herzustellen. Dennoch wird die Photovoltaik-Anlage erweitert, was  erneut der Firma E.ON AG zu danken ist.

    Im Herbst wird der Erweiterungsbau der Krankenstation in Bolde fertiggestellt. Auch der Rohbau der Werkstatt für das Dhulikhel Hospital steht.

    An der Shiwalaya Schule unterzieht sich in diesem Jahr der erste Jahrgang der staatlichen Prüfung zur Mittleren Reife. Dass es die Schüler schaffen, als Beste ihrer Region abzuschließen, ist den Bolde-Freunden eine besondere Freude.

    In Bolde werden Gesundheitserziehung für Schulklassen, Informationsveranstaltungen zur Krebsvorsorge oder zur Geburtenkontrolle für Frauen im gebärfähigen Alter zur Selbstverständlichkeit.

     In diesem Jahr erhöhte sich das Spendenkonto auf 1,5 Millionen Euro!

  • 2010: Hygieneunterricht, Erste-Hilfe-Kurse, zehn zusätzliche Lehrer und: „Export“ des Bolde Modells

    2010: Hygieneunterricht, Erste-Hilfe-Kurse, zehn zusätzliche Lehrer und: „Export“ des Bolde Modells

    Mit der Anbindung an das öffentliche Strom- und Straßennetz ist Bolde der Neuzeit ein großes Stück näher gekommen. Betrug die Transportzeit eines Kranken von Bolde in die Ambulanz des Dhulikhel Hospitals bis vor kurzem noch sechs bis sieben Stunden, so verringert sich dieser Weg jetzt auf zwei bis drei Stunden.

    Der 2009 fertiggestellte Erweiterungsbau der Krankenstation wird bei Unterbelegung als Schulungsort für Hygieneunterricht und Erste-Hilfe-Kurse genutzt.

    Für die vier Bolde Schulen konnten zehn zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden. Das bedeutet, dass kleinere Klassen gebildet werden können, sitzen doch bisher bis zu 40 Schüler/innnen Schulter an Schulter in winzigen Klassenzimmern. So können das Unterrichtsangebot und die Unterrichtsqualität deutlich verbessert werden.

    Weitergeführt wird ebenso das Projekt der Schulpatenschaften, um das sich Erna Scheuermann und Klaus Schuler intensiv kümmern. Analphabetismus ist nach wie vor ein großes Problem in Nepal, weil die Kinder als Arbeitskraft in der Landwirtschaft gebraucht werden und die Eltern oft nicht die Mittel haben, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Der Hannelore-Hilfs-Fonds kann mit 300 Euro pro Jahr fünf Kindern den Schulbesuch ermöglichen. Allerdings: Dem oft geäußerten Wunsch nach Einzelpatenschaften wird auch künftig nicht entsprochen. Aus gutem Grund: Man will vermeiden, willkürlich einzelne Kinder zu fördern. Tilak Lama, unser Freund und Verbindungsmann in Bolde, koordiniert in Zusammenarbeit mit dort ansässigen Lehrern die gerechte Verteilung der Mittel.

    Das Spendenkonto ist in 2010 um 230 000 Euro angewachsen.

    In der Stiftung reift der Gedanke, das Erfolgsmodell Bolde nach 10 Jahren in andere bedürftige Regionen zu „exportieren“.

    In Manekharka, einem Dorfverband in etwa 1800 Metern Höhe nordöstlich von Dhulikhel, leben etwa 35 000 Menschen ohne örtliche ärztliche Versorgung. In Manekharka krank zu werden, bedeutet, in der Trockenzeit eine Fahrzeit nach Dhulikhel mit dem Geländewagen in sieben Stunden auf sich zu nehmen, während der Regenzeit sind es acht Stunden Fußmarsch plus drei Autostunden. Hier soll nach dem Vorbild Bolde mit Hilfe eines einzelnen Großspenders eine Krankenstation gebaut und an das Dhulikhel Hospital angebunden werden. Die Familie Doblinger will damit ihrer mit 16 Jahren verstorbenen Tochter gedenken.

    Gleiche Überlegungen gibt es für das Siedlungsgebiet Dhungkharka, südwestlich von Dhulikhel. 50 000 Menschen leben dort im Jahr 2010 noch ohne ärztliche Versorgung. Ein Bolde-Freund und Förderer der Namaste-Stiftung will auch hier eine Krankenstation ganz aus eigener Tasche finanzieren. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Dieser Spruch von Erich Kästner wird die Bolde-Freunde also weiter begleiten.

     

  • 2011: Weitere Großprojekte in Dhulikhel und – Das Modell Bolde macht Schule: Die Krankenstation Manekharka wird gebaut

    2011: Weitere Großprojekte in Dhulikhel und – Das Modell Bolde macht Schule: Die Krankenstation Manekharka wird gebaut

    Mehr und mehr engagieren sich auch andere Hilfsorganisationen, Firmen oder finanzstarke Privatpersonen im Sinne der Bolde-Freunde und lassen ihre Spenden zweckgebunden über die Namaste-Stiftung laufen. Sicher ein Effekt der Tatsache, dass Spenden (dieser Organisation) über die Namaste-Stiftung ohne Abzug jeglicher Verwaltungskosten dem Spendenprojekt zugutekommen.

    Schon Ende 2010 machte die Großspende einer Familie den Bau eines Ausbildungszentrums zur Schulung und Weiterbildung medizinischer Fachkräfte im Dhulikhel  Hospital möglich.

    Darüber hinaus wurden Planungen für eine gastro-enterologische Abteilung für ambulante Patienten und – als großes Bauprojekt – eine zahnmedizinische Klinik in Angriff genommen, für die die Regensburger Krones AG die Finanzmittel bereitstellen wollte.

    Die Bauarbeiten an einem weiteren Großprojekt konnten in Dhungkharka auf den Weg gebracht werden. Ähnlich wie früher Bolde lag auch dieser Ort fernab jeglicher Anbindung an einen öffentlichen Verkehr. Das Dorf in 1800 Metern Höhe mit einem Einzugsgebiet von 30 000 Menschen ist vom Krankenhaus Dhulikhel nur in einer abenteuerlichen mehrstündigen Fahrt mit dem Geländewagen zu erreichen.  

    Ende November wurde in Manekharka der Rohbau der bereits 2010 geplanten Krankenstation eingeweiht und gefeiert. Sie wurde als Außenstation des Dhulikhel-Krankenhauses übernommen.

  • 2012: Krankenhaus Dhulikhel zählt 800 Mitarbeiter – Intensivstation für Risiko-Schwangerschaften – Gilchinger Verdienstmedaille

    2012: Krankenhaus Dhulikhel zählt 800 Mitarbeiter – Intensivstation für Risiko-Schwangerschaften – Gilchinger Verdienstmedaille

    Das 1996 eröffnete Krankenhaus in Dhulikhel zählt im Jahr 2012 schon 800 Mitarbeiter. Es gilt als Mutterkrankenhaus für mittlerweile 28 Außenstationen mit einem Einzugsgebiet von 2,7 Millionen Menschen. Einige dieser Außenstationen – das erste Projekt entstand in Bolde – verdanken ihr Bestehen der Namaste-Stiftung.

    Die beiden letzten Krankenstationen, die aus Mitteln der Bolde-Freunde finanziert werden konnten, Dunkharka und Manekharka, konnten inzwischen ihren Betrieb voll aufnehmen. Damit ist die medizinische Versorgung von 80 000 Menschen gesichert.

    Eine Krankenstation zu errichten, ist die eine Sache, sie funktionsfähig zu halten, die andere, nicht minder wichtige Aufgabe. In Bolde mussten 2012 dringend Fenster und Türen ausgetauscht werden, weil die Holzsubstanz angegriffen war und dadurch Staub, Schmutz und Wasser im Inneren der Krankenstation die Arbeit erschwerten.

     Die „Südtiroler Ärzte für die Welt“ zu denen ein Bolde-Freund persönlichen Kontakt aufgenommen hatte, sammelten spontan für einen Kindergarten in Bolde 32 000 Euro. Er konnte bereits im Herbst eingeweiht werden. Auch in den Realschulen in Weilheim und Herrsching wurde eifrig für die Schulen in Bolde gesammelt. Günther Strödel, ehemals Direktor der Weilheimer Schule erklärte sich bereit sich um die Förderung der Schulen im Bolde-Gebiet zu kümmern.

    Weitere Personalien: Claudia Sir hat den Vorstand aus persönlichen Gründen verlassen. Als Neuling trat Manfred Walter, Gilchings Bürgermeister, dem Vorstand bei. Neu auch Michael Gerling, der auf Halbtagssbasis als Stiftungssekretär angestellt wurde und der erste bezahlte Bolde-Freund ist. Die Verwaltungsarbeit der inzwischen doch gewaltig gewachsenen Stiftung der Bolde-Freunde. Beim traditionellen Nepal-Tag in Gilching konnten diesmal Schecks in einer Gesamthöhe von 409 000 Euro an Dr. Ram Shrestha übergeben werden. Weitere 100 000 Euro stellte „Sternstunden“ – die Benefiz-Aktion des Bayerischen Rundfunks, für den Bau einer Intensivstation für Risiko-Schwangerschaften im Dhulikhel Hospital zur Verfügung.

    Und schließlich freuten sich Ursula und Horst Schmel, Vorstandsvorsitzende der Namaste-Stiftung, über die Verleihung der Gilchinger Verdienstmedaille an diesem Nepal-Tag.

  • 2013: Intensivstation für Neugeborene im Mutter-Kind-Zentrum und weitere Großprojekte dank zahlreicher Spenden

    2013: Intensivstation für Neugeborene im Mutter-Kind-Zentrum und weitere Großprojekte dank zahlreicher Spenden

    In Dhulikhel wurde der erste Bauabschnitt eines Mutter-Kind-Geburtszentrums abgeschlossen, ein Großprojekt, das einmal fünf Stockwerke mit Spezialabteilungen umfassen soll. Die Mittel dafür sind der ständig anwachsenden Schar der Bolde-Freunde zu danken, die allein bis Mitte des zurückliegenden Jahres 200 000 Euro gespendet haben. Die von Sternstunden finanzierte Einrichtung einer Intensivstation für Neugeborene in diesem Mutter-Kind-Zentrum konnte ihren Betrieb aufnehmen.

    In dem 2011 begonnenen Bau der Dentalklinik konnte der erste(r) Bauabschnitt eingeweiht werden. Sie dient nicht nur der Patientenversorgung, sondern auch der Ausbildung von Zahnärzten. Damit ist, dank der Spende der Regensburger Krones AG, ein weiterer Mosaikstein in Sachen medizinischer Rundumversorgung gelegt.

    Ebenfalls in Dhulikhel wurde der Grundstein für ein Selbstversorger-Hostel gelegt. Hier können in Mehrbettzimmern Angehörige von Patienten, die im Dhulikhel-Krankenhaus ärztlich versorgt werden müssen, übernachten. Eine private Freundin und Förderin des Dhulikhel-Krankenhauses im Raum Regensburg hat dies mit einer Großspende über die Namaste-Stiftung ermöglicht.

    Die Krankenstation in Manekharka, die nun schon im zweiten Jahr in Betrieb ist, konnte, dank der Spendenfreudigkeit von Mitarbeitern einer Radiologischen Praxis in Regensburg, mit wichtigen  medizinischen Geräten ausgestattet werden. Den rührigen Regensburgern, die auf ihr Weihnachtsgeschenk des Praxisinhabers verzichtet haben, ist außerdem die Anschaffung eines transportablen Röntgengerätes sowie eines Beatmungsgerätes für Frühgeborene in Dhulikhel zu verdanken. Und die Uniklinik in Regensburg stellte Anästhesiegeräte zur Verfügung. Nicht unerwähnt soll die Spende eines Kreislauf-Überwachungsgerätes bleiben. Ermöglicht hat sie eine Spenderin, die als Kleinkind an ein solches Gerät angeschlossen war.

  • 2014: Entbindungszentrum in Bolde – personelle Veränderungen

    2014: Entbindungszentrum in Bolde – personelle Veränderungen

    Ein Entbindungszentrum in Bolde – personelle Veränderungen

    Wo Ende der 90er Jahre alles begonnen hatte, konnten wir 2014 wieder einen großen Schritt nach vorn tun: Die Krankenstation in Bolde wurde um ein Entbindungszentrum erweitert. Hinzu kamen außerdem ein stationäres Röntgen- und ein Ultraschallgerät. Parallel dazu lief die Schulung von Röntgenfachleuten.

    Personalien: Mit dem Beitritt von Günther Strödel in den Stiftungsvorstand haben wir einen kompetenten Mitarbeiter in Sachen Schule gewonnen. Günther Strödel, der viele Jahre in seiner Eigenschaft als Direktor einer Schule seine Schüler bei Schulfesten zu Spenden für Nepal ermunterte, ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes im Unruhestand, der ihn immer wieder nach Bolde führt, wo er sich um die schulischen Probleme der Bevölkerung kümmert. Günther Strödel sorgte zum Beispiel dafür, den Englischunterricht zu intensivieren und die Englischlehrer in Bolde zu schulen. Denn die Weltsprache Englisch ist für junge Nepalesen gewissermaßen das Ticket in eine berufliche Zukunft. Darüber hinaus versteht sich Strödel auch als Vermittler zwischen der Stiftung und dem Educational Government in Nepal in allen schulischen Angelegenheiten. Neu in den Stiftungsvorstand kamen Professor Manfred Kallerhoff und seine Frau Dr. Susanne Kallerhoff. Der pensionierte Chef der Urologie des Prosper-Hospitals in Recklinghausen hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Den Aufbau einer modernen Urologie im Dhulikhel-Krankenhaus Große Unterstützung erfahren wir seit nunmehr sechs Jahren vom Vorstand der Stiftung „Wasser für die Welt“, Heri Wirth. Der Unternehmer, der in Wiesent bei Regensburg einen Himalaya-Garten besitzt – die Eintrittsgelder fließen seiner Stiftung zu – ist auch in Sachen Spenden, zusammen mit seinem großzügigen Freundeskreis, ein fleißiger Multiplikator, wenn es darum geht, Professor Ram Shrestas Vision einer flächendeckenden ärztlichen Versorgung in Nepal zu verwirklichen.

    Doch nicht nur Kallerhoff, Strödel und Wirth ist für ihr Engagement zu danken, auch anderen Organisationen oder Einrichtungen. Mit 100 000 Euro unterstützte uns ein weiteres Mal die „Sternstunden“-Benefiz-Aktion des Bayerischen Rundfunks, Geld das wieder in den Ausbau des Mutter-Kind-Zentrums in Dhulikhel fließt. Auch einige Krankenhäuser halfen mit Wissenstransfer und Sachspenden, und die Regierung Nepals versprach den Bau einer Photovoltaik-Anlage für das Dhulikhel Hospital.

    Bei all diesen großartigen Realisierungen von Bauprojekten in Dhulikhel, Bolde, Dhunkharka, Manekharka darf man eines nicht vergessen: Die Basis unserer Arbeit bleibt weiterhin unser Charityfonds von jährlich 100 000 Euro, dessen Bestand die kontinuierlich wachsende Gemeinde der Bolde-Freunde garantiert. Dieser Fonds sichert nach wie vor die kostenfreie medizinische Behandlung mittelloser Patienten. Denn: Was nützen die schönsten Krankenstationen, wenn sich die Patienten den Besuch nicht leisten können!

  • 2015: Das Erdbeben – Ein Schreckensjahr für Nepal – Erste Hilfe und Wiederaufbau

    2015: Das Erdbeben – Ein Schreckensjahr für Nepal – Erste Hilfe und Wiederaufbau

    Das Dhulikhel Hospital blieb weitestgehend vom Erdbeben verschont, in ihm konnte Erdbebenopfern und Verletzten geholfen werden.

    Ein Schreckensjahr für Nepal. Immer wieder bebte dort die Erde. 10 000 Menschen, so Schätzungen, haben die schweren Erschütterungen das Leben gekostet, Hunderttausende wurden verletzt. Eine halbe Million Häuser wurden zerstört.

    Ursache der Beben ist Nepals Lage an der Grenze zweier tektonischer Platten, die sich aufeinander zu bewegen und dabei Druck erzeugen. Dieser Druck hat am 25. April 2015, in Nepal ein Sonntag, um 11.56 Uhr ein Beben der Stärke 7,8 ausgelöst. Am 12. Mai um 12.35 Uhr erschütterte ein fast gleich starkes Beben noch einmal das Land – Lebensraum von etwa fünf Millionen Menschen. Umso mehr erstaunte es, dass viele Nepalesen sagten: Wir haben Glück gehabt! Wäre es ein normaler Arbeitstag gewesen oder hätte uns das Beben nachts überrascht – Hunderttausende wären umgekommen.

    „Die Götter waren uns gewogen“. Auf diese Einstellung stieß das Ehepaar Schmel immer wieder, als sie kurz nach der Katastrophe nach Nepal reisten. Und wieder einmal bewiesen die Bolde-Freunde ihre große Hilfsbereitschaft. 3500 Menschen in Deutschland unterstützten mit ihren Spenden für die Namaste-Stiftung die Geschädigten im Erdbebengebiet. Schon vier Wochen, nachdem die Schreckensbotschaft Deutschland erreicht hatte, konnte die Namaste-Stiftung einen Spendenbetrag von einer Million Euro verbuchen. Daher konnten wir bereits unmittelbar nach dem Beben einen Betrag in Höhe von 700 000 Euro als Soforthilfe an das Dhulikhel Hospital überweisen, für die freie ärztliche und medizinische Behandlung der Erdbebenopfer, für den Kauf von Arzneimitteln, Verbandsmaterialien, medizinischen Geräten und OP-Zubehör, für Notpakete mit Decken, Planen und Nahrungsmitteln usw.   

    Während in vielen ländlichen Gebieten oft kein Stein auf dem anderen blieb, wurde das Dhulikhel Hospital weitgehend verschont. So konnten Prof. Ram Shrestha und sein Team die vielen, zum Teil schwer verletzten Menschen im gesamten Krankenhaus unterbringen und versorgen. Die 300 Normal-Betten sowie viele Notbetten in allen Stockwerken des Krankenhauses waren von Erdbeben-Opfern belegt, für deren Genesung und ärztlicher Behandlung die Spendengelder eingesetzt werden konnten.

    Gegen Ende des Jahres konnte dann mit dem Aufräumarbeiten begonnen werden. Im Fokus standen die Erdbebensicherung sowohl für das Dhulikhel Hospital wie auch der Wiederaufbau von Schulen und Privathäusern. Nachdem sich in vielen Gebieten die Trinkwasserqualität verschlechtert hatte, galt es auch, die Trinkwasserversorgung zu sichern.

    Beim traditionellen Nepal-Tag Ende November berichtete Prof. Ram Shresta ausführlich von den Verwüstungen in seiner Heimat. Er konnte an diesem Tag einen Scheck in Höhe von drei Millionen Euro entgegen nehmen. Geld, das nicht nur die Bolde-Freunde gesammelt haben. Geholfen haben unter anderen die vom Bayerischen Rundfunk unterstützte Benefizaktion „Sternstunden“, die Gastroenterology Foundation e.V. München, die Südtiroler Ärzte für die Welt sowie Heri Wirths Stiftung Wasser für die Welt in Regensburg.

    Personalien: Am 12. Juli 2015 hat uns unser Gründungsmitglied und Stiftungsvorstand Gisela Haberkorn überraschend verlassen. Sie folgte ihrem 2003 verstorbenen Mann Karl Haberkorn, ein Bolde-Freund der ersten Stunde. Gisela Haberkorn versorgte all die Jahre am Nepaltag mit italienischen Köstlichkeiten. Gisela und Charly Haberkorn lagen Nepal und seine Menschen am Herzen: Beider gesamter Nachlass floss in die Stiftung. Sepp Friedl, auch er ein Gründungsmitglied der Stiftung, verließ auf Grund gesundheitlicher Probleme den Stiftungsvorstand. Viele Jahre hatte er seine Urlaube in Nepal verbracht und sein handwerkliches Geschick dort eingebracht.

    Bilder der verheerenden Zerstörungen sehen Sie in unserem Kapitel Erbeben

Der weitere Verlauf unserer Chronik spiegelt sich in unseren aktuellen Projekten wider.