Presse

In dieser Rubrik finden Sie aktuelle Presseberichte über die Namaste-Stiftung.

Juli 2019: Nachtexpress in den Süden – mit dem Rennrad in einem Stück an den Gardasee – für einen guten Zweck

Gesponsort vom Lions Club Germering fahren sechs Radler aus Germering und Umgebung zum fünften Mal für eine Spende an die Namaste-Stiftung in Gilching von Germering an den Gardasee. Weitere Unterstützer sind die Mobilfunksparte des Halbleiterherstellers Intel GmbH, die SSS International Clinical Research GmbH und die MINcom GmbH. Insgesamt kommen so über 3.000 Euro für Hilfsprojekt in Nepal zusammen.

Die Wettervorhersage ist gemischt. Im Stau der Berge tummeln sich einige Regengebiete, aber den Termin zu verschieben kommt nicht in Frage. Alle sind sehr gespannt, denn es wird eine lange Nacht im Sattel. Wir starten am späten Nachmittag und werden non-stop durch die nächtlichen Alpen an den Gardasee radeln.

Anders als unsere Fahrten in den Vorjahren, für die wir nachts um drei starteten, fühlen sich die ersten Kilometer wie eine ganz normale Ausfahrt an. Wir rollen bei Tageslicht die Isar entlang Richtung Bad Tölz. Schon weit vor dem Anbruch der Dämmerung muss die Beleuchtung Ihrem Dienst beginnen, denn dunkle Regenwolken und ihre nasse Last verschlechtern unsere Sichtbarkeit auf den Straßen. Regenjacken, - hosen, Überschuhe und Helmhauben kommen zum Einsatz. Auf den kurzen Strecken, die wir mangels Alternative auf der Straße fahren müssen, freuen wir uns über jeden Autofahrer, der verständnisvoll mit weitem Abstand überholt. Bis zum Sylvenstein-Speicher sind dann auch die Socken zum Auswringen nass. Da helfen auch die Überschuhe nur bedingt. Nass zu werden ist nicht das eigentliche Problem – aber mit eiskalten Füßen macht das Radeln nur wenig Spaß. Aber die Wetter-App macht Hoffnung: spätestens im Inntal soll es trocken und warm werden.

Nachts zu radeln stellt besondere Anforderungen. Natürlich benötigt man eine zugelassene Beleuchtungsanlage. Aber die reicht nicht, wenn wir durch dunkle Radlwege bergab mit hoher Geschwindigkeit rauschen. Da sind helle Lampen aus dem Bereich Bergrettung gefragt, die in solchen Situationen wie ein Fernlicht zugeschaltet werden. Selbstverständlich sind zusätzliche Reservelampen montiert und um die passive Sichtbarkeit zu erhöhen tragen wir „Gelbwesten“ mit Reflektorstreifen.

Um Mitternacht ist der Regen vergessen. Ein warmer Wind bläst uns Richtung Innsbruck und da der Verkehr deutlich nachgelassen hat, gelangen wir auf den Hauptstraßen schnell durch die Stadt. Nach einigen Kilometern auf der Brenner-Bundesstraße irritiert ein Hinweis, dass die Straße wegen Bauarbeiten gesperrt sei. Wir fahren trotzdem weiter und unser Mut wird belohnt – als Radler dürfen wir an der Baustelle vorbei und haben die komplette Bundesstraße bis Matrei für uns allein.

Ein weiteres Problem in der Nacht ist die Verpflegung. Irgendwann nach Mitternacht gibt es nur noch wenige Möglichkeiten etwas zu essen zu bekommen – Wasser gibt es immer an Dorfbrunnen oder Friedhöfen. Aber nur wenige Tankstellen und Fastfood-Ketten bieten nahezu 24 Stunden Essbares an. Michael Sigmund beschreibt die Problematik so: „Nachdem mein kleiner Vorrat an Verpflegung bereits aufgebraucht war, freute ich mich auf den Brennerpass. Hier sollte sich doch auf jeden Fall eine geöffnete Tankstelle finden lassen. Aber leider war der tagsüber vielbesuchte Pass um 2:00 Uhr nachts wie ausgestorben. Die Mahlzeit beschränkt sich daher auf zwei „Powergels“. Wenigstens ging es dann bergab und das funktionierte auch im Reserve-Modus. Sterzing, Brixen, Bozen: nirgends eine offene Tankstelle. Sonnenaufgang – der Magen immer noch leer. Erst im schönen Neumarkt gab es dann das langersehnte Frühstück. Capuccino und frische, warme Brioche schmeckten so gut wie lange nicht.“

In den Vorjahren waren die Kilometer im Etschtal immer ein Angstgegner. Der heiße Asphalt, die endlosen geraden Radwege und vor allem der kräftige Gegenwind aus dem Süden machten den schon müden Beinen zu schaffen und zerrten an der Motivation. Diesmal ganz anders: Durch die morgendlich kühle Apfelplantagen radeln wir beschwingt bis Trento und Rovereto. Kurz vor Rovereto gibt es einen schattigen Kiosk an der Etsch für eine letzte Pause vor dem letzten Hügel namens Passo die San Giovanni, der uns noch von Torbole trennt.

Auch die einzige Reifenpanne, die wenige Kilometer vor dem Ziel unsere Fahrt unterbricht, kann uns nicht mehr lange aufhalten: wieder einmal ist der erste Blick auf den Gardasee atemberaubend – am späten Vormittag und nach 400 Kilometern durch eine lange Nacht.

 

Josef Hausner, Sebastian Beichele, Karlheinz Baumann, Michael Sigmund, Erwin Hausner, Markus Brunner

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